Im Cornaredo steht das vorletzte Spiel der regulären Saison auf dem Programm: ein entscheidendes Duell gegen den Tabellenführer FC Thun. Für Lugano ist dies eine Partie, in der die Tabellenplatzierung, die Ambitionen und eine Phase der Saison, in der jedes Detail den Ausschlag geben kann, eine Rolle spielen. Von den ersten Minuten an gehen die Bianconeri mutig und entschlossen in die Partie und versuchen sofort, dem soliden und gut organisierten Team aus Thun ihren Rhythmus und ihre Aggressivität aufzuzwingen. Die erste, riesige Chance ergibt sich bereits in der 6. Minute: Dos Santos entzieht sich dem Pressing im Mittelfeld und spielt Steffen an, der sich völlig frei im Strafraum wiederfindet und mit dem linken Fuss den Pfosten trifft.
Vor allem über die rechte Seite fanden die Bianconeri in der ersten Viertelstunde des Spiels Räume, wobei Steffen erneut im Mittelpunkt mehrerer potenziell gefährlicher Situationen stand. Thun reagierte seinerseits in der 20. Minute mit einem Sololauf von Imeri, der bis an den Strafraumrand vordrang und mit einem linksfüssigen Schuss an die Latte traf – der Ausgleich lag am Pfosten. Das Spiel blieb somit ausgeglichen, doch gegen Ende der ersten Halbzeit legte Lugano noch einmal einen Gang zu: In der 41. Minute startete der inspirierte Steffen erneut von rechts, zog nach innen und schoss mit dem linken Fuss, scheiterte jedoch an einer hervorragenden Parade von Niklas Steffen. Nach der anschliessenden Ecke kam auch Cimignani zum Schuss, doch dieser war zu schwach und ging genau in die Mitte. Die Bianconeri beendeten die erste Halbzeit dennoch im Aufwind und mit dem Gefühl, das Spiel im Griff zu haben.
DOS SANTOS BRICHT DIE PATSTELLUNG, SAIPI RETTET DIE SITUATION
Die zweite Halbzeit begann mit einem Schreckmoment für die Mannschaft von Croci-Torti, als Thun in der 48. Minute einen schönen Angriff über die rechte Seite startete und in den Strafraum auf Heule flankte, der aus spitzem Winkel nur den Pfosten traf. Es war jedoch eine Situation, die den Spielverlauf nicht beeinflusste, denn Lugano wirkte weiterhin schärfer und selbstbewusster, und in der 60. Minute wurden sie für ihre Bemühungen belohnt: Steffen leitete den Konter ein und schickte Dos Santos über die linke Seite los; die Nummer 27 zog nach innen und setzte einen perfekten Rechtsschuss mit Effet ab, der unter der Latte einschlug und das Publikum im Cornaredo in Ekstase versetzte. Die Führung war verdient, und Lugano hatte kurz darauf sogar die Chance, den Sieg zu besiegeln, als Cimignani in der 66. Minute am langen Pfosten eine Flanke von Bislimi erreichte, aber aus kurzer Distanz über das Tor schoss. Von da an wendete sich das Blatt: Thun erhöhte den Druck, brachte frische Offensivkräfte ins Spiel und suchte beharrlich den Ausgleich über seine besten Waffen: Eins-gegen-Eins-Situationen, Abpraller und Standardsituationen. Die Bianconeri ihrerseits stellten sich kompakt auf und suchten den Konter. Es erforderte dann Konzentration, Solidität und im entscheidenden Moment eine hervorragende Parade: In der 91. Minute gewann Reichmuth ein Zweikampf gegen Delcroix, drang in den Strafraum ein und schoss einen kraftvollen, schrägen Schuss ab, doch Saipi reagierte wie ein Champion und lenkte den Ball zur Ecke ab. Es war die Parade, die drei wichtige Punkte sicherte: Lugano besiegte den Tabellenführer Thun zum zweiten Mal in Folge nach dem Sieg in Bern im vergangenen November und kehrte genau einen Monat nach dem letzten Sieg (Lugano 1:0 Sion) auf die Siegerstrasse zurück.
Nun richtet sich die Aufmerksamkeit auf das Auswärtsspiel in Zürich am Samstag, dem 11. April, dem letzten Spieltag der regulären Saison, bevor es in zwanzig Tagen im Rahmen der Meisterschaftsgruppe erneut gegen Thun in der Stockhorn Arena geht.
SPIELBERICHT
FC LUGANO – FC THUN 1:0
Brack Super League – 32. Spieltag
4. April 2026 – Stadio di Cornaredo
Zuschauer: 4’638
Tor: 60’ Dos Santos
FC LUGANO (3-4-2-1): Saipi; Papadopoulos, Mai, Delcroix; Zanotti (83’ Alioski), Grgić, Bislimi, Cimignani (71’ Marques); Steffen (83’ Belhadj), Dos Santos (83’ Bottani); Koutsias (90’ Pihlström).
Ersatzbank: Mina, Kelvin, Mahou, Kendouci.
Trainer: Mattia Croci-Torti.
FC THUN (4-2-2-2): N. Steffen; Fehr, Montolio, Bamert, Heule; Bertone (79’ Roth), Käit (86’ Gutbub); Imeri (67’ Reichmuth), Meichtry (67’ Matoshi); Rastoder, Labeau (67’ Dursun).
Ersatzbank: Spycher, Franke, Rupp, Dähler.
Trainer: Mauro Lustrinelli.
Schiedsrichter: Johannes von Mandach
Assistenten: Nicolas Tuberosa und Susanne Küng
Vierter Offizieller: Mirel Turkes
VAR und AVAR: Nico Gianforte und Maxime Odiet
Verwarnungen: Montolio (THU), Papadopoulos (LUG), Cimignani (LUG), Heule (THU), N. Steffen (THU).
