Die „English Week“ Anfang September geht weiter – mit einem frustrierenden Abend für den FC Lugano Femminile, der vor heimischem Publikum im Centro Sportivo Al Maglio in Canobbio gegen Gambarogno eine Niederlage hinnehmen musste, und das vor einer grossartigen Zuschauerkulisse.
Das erste der beiden Saisonderbys in der Nationalliga B, das nur vier Tage nach dem grandiosen 4:0-Sieg gegen den sehr starken FC Sion stattfand, begann für die Schützlinge von Trainer Andrea Antonelli negativ. Nach fünf Minuten gelangt der Ball nach einer Ecke zu Veronika Emini, die ihn kraftvoll abfeuert, Chiara Audrino keine Chance lässt und den Sopracenerinen die frühe Führung beschert.
Zum Reagieren gezwungen, verlagern die „Bianconere“ ihren Schwerpunkt konsequent nach vorne, um den Ausgleich zu erzielen. In der elften Minute schickt ein Vorstoss von Aline Oliva die flinke Aussenstürmerin dazu, von der Grundlinie aus eine Flanke auf Mathilda Andreoli zu schlagen, die den Ball um Haaresbreite verpasst. Anschliessend versucht Sabina Di Muro einen Fernschuss, der jedoch über die Torlinie abgefälscht wird. Wieder ist das Duo Oliva-Andreoli ein paar Minuten später im Mittelpunkt. Diesmal zögert die Nr. 7 bei der Ballannahme zu lange, wodurch die potenzielle Chance verpufft. Die Angriffsaktionen häufen sich, und erneut ist es Andreoli, die von Antonella Albertinis zauberhaftem linkem Fuss zwischen die Linien geschickt wird, die ehemalige Spielerin Eleonora Castellani im Sprint überholt und eine Flanke quer vor das Tor schlägt, die völlig ungestört durch den Torraum fliegt.
In der 19. Minute ermöglicht ein schnell ausgeführter Freistoss Di Muro, Marie Enning in Bedrängnis zu bringen. Der Rechtsschuss der Mittelfeldspielerin von der Strafraumgrenze ist jedoch zu zentral und für die andere ehemalige Spielerin leicht zu lesen. Während die Luganerinnen die Kontrolle über das Spiel behalten, versuchen die Gäste es mit Kontern, und es bedarf einer grossartigen Melissa Colombo, die mit einem herrlichen Sliding-Tackling den Vorstoss von Isabella Osterwalder unterbindet. Die nachfolgenden Chancen der Gastgeberinnen wollen einfach nicht zum Erfolg führen. Zunächst wird ein Steilpass von Oliva auf Andreoli zur Ecke abgewehrt. Dann führt ein Zusammenspiel zwischen Colombo und Di Muro dazu, dass die Kapitänin aus 25 Metern zum Schuss kommt, der jedoch am Tor vorbei geht. Die Locarneserinnen hingegen sind gefährlich, sobald sie in den Strafraum vordringen. So auch in der 40. Minute, als Schiedsrichterin Farah Bachir zur allgemeinen Verwunderung einen Elfmeter wegen eines als regelwidrig bewerteten Fouls an Stella Suter verhängt. Vom Elfmeterpunkt aus versagt Clara Lucchini nicht, obwohl Audrino die Flugbahn erahnt. Zur Halbzeit steht es zugunsten des AS Gambarogno, der seine Chancen eiskalt ausnutzt.
Die zweite Halbzeit beginnt mit einem Wechsel bei den Gastgeberinnen: Esther Nicolussi kommt für Josipa Dalić ins Spiel, um im Angriff mehr „Gewicht“ zu verleihen. Und so spielen sich die zweiten 45 Minuten grösstenteils in der Offensivhälfte der bianconeri ab. Was an diesem frühen Mittwochabend jedoch fehlt, ist die nötige Qualität in den letzten sechzehn Metern. Ein Beispiel dafür ist der Rechtsschuss von Andreoli – nach einer Standardsituation von der Eckfahne –, der am Tor vorbeigeht. Der anschliessende kraftvolle Versuch von Di Muro geht genau in die Mitte und stellt Enning vor keine Probleme. Genau wie der Schuss von Oliva. Diese Aktion läutet kurz darauf die Wende im Spiel ein. In der 70. Minute ermöglicht ein Pass auf Andreoli der talentierten Nr. 7, loszusprinten, die Torhüterin zu umspielen und den Ball zum 1:2 ins leere Tor zu schieben.
Die Begeisterung darüber, endlich den Bann gebrochen zu haben, verfliegt in der 79. Minute. Ein weiterer Standardsituation erweist sich als tödlich für die Luganerinnen, die durch einen Volleyschuss von Giada Amato das dritte Gegentor kassieren. Mit dem dritten Schuss insgesamt erzielt Gambarogno das dritte Tor. In der hektischen Schlussphase geht ein Rechtsschuss von Andreoli von der linken Ecke des Strafraums knapp am Tor vorbei. Einige Minuten später, in der 87. Minute, protestiert Nicolussi wegen eines Handspiels im Strafraum, das auch für die Zuschauer offensichtlich war. Der Pfiff des Schiedsrichters bleibt jedoch aus, und so verlassen die Spielerinnen in Schwarz-Weiss das Spielfeld mit leeren Händen.
Dieser Rückschlag, der dritte in den ersten fünf Spielen, lässt Giorgia Zanaboni und ihre Mitspielerinnen – vor allem aufgrund der Ergebnisse der anderen Mannschaften – auf den elften Platz mit 4 Punkten abrutschen. Die Chance, sich mit Zinsen zu revanchieren, steht bereits vor der Tür. Am Samstag, dem 12. September 2026, ab 18:00 Uhr, trifft man auf Étoile Carouge – eines der längsten Auswärtsspiele der Saison.
Zuvor hier der knappe Kommentar von Trainer Andrea Antonelli nach dem Spiel, der sichtlich frustriert über das Ergebnis des unter der Woche ausgetragenen Heimspiels war: „Sicherlich haben wir in den letzten sechzehn Metern versagt. Bis dahin haben wir gut aufgebaut. Wir waren nicht so durchschlagskräftig wie am Samstag in Sion. Leider ist es eine Niederlage, die wehtut, und wir müssen sofort wieder durchstarten, um uns auf das Spiel in Carouge vorzubereiten. Die drei Gegentore nach drei Standardsituationen? Das ist unsere Achillesferse. Wir müssen unser Bestes geben, um solche unangenehmen Situationen zu vermeiden.“
SPIELBERICHT
Nationalliga B Frauen, 5. Spieltag
Centro Sportivo Al Maglio, Canobbio – 350 Zuschauer
FC LUGANO – AS GAMBAROGNO 1:3 (0:2)
TORJÄGERINNEN: 5. Emini 0:1, 41. Lucchini 0:2 (Elfmeter), 70. Andreoli 1:2, 79. Amato 1:3.
FC LUGANO (4-1-4-1): Audrino; Di Mauro, Colombo, Zanaboni, Bassi (61. Aio); Albertini; Oliva, Di Muro (61. Negri), von Ballmoos, Andreoli (90.+1. Rossi); Dalić (46. Nicolussi).
Auf der Bank: Imelli, Unternährer, Milosavljević, Cuitino, Calatti.
Trainer: Andrea Antonelli.
AS GAMBAROGNO (4-5-1): Enning; Castellani (81. Ostini), Emini, De Marco, Patocchi; Suter (59. Stomeo), Prandi, Antonini (81. Gaggetta), Lucchini, Maderna (59. Molinari); Osterwalder (73. Amato).
Auf der Bank: Acar, Gamboni.
Trainer: Patrick Donghi.
SCHIEDSRICHTER: Farah Bachir.
SCHIEDSRICHTERASSISTENTEN: Leandro Giulini und Esad Mehmeti.
VERWARNUNGEN: 54' Castellani, 66' Stomeo, 90' +3' Di Muro, 90' +4' Amato.

Women's First Team10. September 2026