Der FC Lugano befindet sich in der Gruppenphase der UEFA Conference League. In der Batumi Arena spielen die bianconeri im Rückspiel der Play-offs gegen Maccabi Tel Aviv 1:1 unentschieden und sichern sich damit die Qualifikation – nach einem Abend, an dem sie Hindernisse überwinden, viel durchleiden und über eine halbe Stunde in Unterzahl spielen mussten.
Die Mannschaft von Mattia Croci-Torti startet selbstbewusst, hält dem Druck der Israelis stand und findet in der zweiten Halbzeit, nach dem Platzverweis von Zanotti und dem von Peretz verwandelten Elfmeter, die Kraft, zurückzuschlagen. Der Torschütze, der den Einzug in die nächste Runde sicherte, war Dereck Moncada: Der 2007 geborene Honduraner kam von der Bank und erzielte in der 79. Minute ein aussergewöhnliches Tor, das entscheidend war, um den Ausgleich zu erzielen und Lugano den Weg in die Hauptrunde des Wettbewerbs zu ebnen.
AUSGLEICH UND KONZENTRATION
Das erste Signal des Spiels kommt in der 5. Minute und geht auf das Konto von Lugano. Behrens arbeitet sich den Ball heran und legt ihn per Abpraller auf Dos Santos ab, der einen Volleyschuss von ausserhalb des Strafraums versucht: Die technische Aktion ist kompliziert und der Ball geht ins Aus. Der Start der Bianconeri ist dennoch überzeugend: Durch hohen Druck kann die Mannschaft kontinuierlich im gegnerischen Mittelfeld präsent sein, findet jedoch keinen Raum, um eine echte Torchance zu kreieren.
Im Laufe der Minuten gewinnt Maccabi an Boden. In der 24. Minute erobert Dor Peretz einen Ball, den Lugano beim Herausspielen verloren hat, und schiesst aus der Distanz, doch der Schuss ins Zentrum wird von von Ballmoos problemlos abgefangen. Drei Minuten später kommt es zur ersten schwierigen Parade des Torhüters der bianconeri: Shahar schiesst einen Freistoss aus 25 Metern, und von Ballmoos streckt sich nach links und wehrt den Versuch ab.
Die Israelis versuchen vor allem, bei Standardsituationen gefährlich zu werden. In der 41. Minute spielt Shahar erneut einen Ball auf den zweiten Pfosten, wo Revivo aus günstiger Position zum Kopfball kommt, jedoch weder Kraft noch Präzision aufbringt: von Ballmoos hält.
So geht es mit einem 0:0 in die Halbzeitpause. Lugano hatte in der Anfangsphase die Oberhand, während Maccabi in der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit stärker wurde. Beide Mannschaften legten jedoch grossen Wert auf die Defensive, da sie sich der Bedeutung jeder einzelnen Spielszene in dieser Partie bewusst waren, in der es um den Einzug in die League Phase geht.
MONCADA SICHERT DIE QUALIFIKATION
Die zweite Halbzeit beginnt erneut mit Lugano in der Offensive. In der 52. Minute wird eine Ecke kurz auf Steffen gespielt, der eine präzise Flanke auf den zweiten Pfosten schlägt: Papadopoulos kommt per Kopf an den Ball und zwingt Melika zu einer Parade in zwei Zügen. Zwei Minuten später findet Dos Santos Grgić an der Strafraumgrenze: Der Mittelfeldspieler nimmt den Ball an und versucht es mit einem Schuss um den zweiten Pfosten herum, der jedoch knapp am Tor vorbeigeht.
Es ist ein hervorragender Start in die zweite Halbzeit für die Bianconeri, doch in der 58. Minute wendet sich das Blatt. Der bereits verwarntes Zanotti begeht ein Foul an Camara und sieht die zweite gelbe Karte. Lugano muss somit über eine halbe Stunde lang mit zehn Mann auskommen.
Maccabi versucht sofort, davon zu profitieren, und verpasst in der 65. Minute erneut knapp die Führung nach einer Standardsituation: Shahar flankt in die Mitte, Peretz antizipiert die Abwehr und steigt am zweiten Pfosten ab, doch der Ball geht ganz knapp am Tor vorbei.
Croci-Torti stellt die Mannschaft um und bringt Kelvin, um die Abwehr besser abzusichern. Gerade der frisch eingewechselte Spieler gerät in der 68. Minute in eine unglückliche Situation: Bei einem Zweikampf mit Madmon kommt es zu einem Beinverwickeln, wodurch der israelische Stürmer im Strafraum zu Fall kommt und der Schiedsrichter auf den Elfmeterpunkt zeigt. In der 69. Minute verwandelt Kapitän Dor Peretz den Elfmeter und bringt Maccabi in Führung.
Mit einem Mann weniger und einem Rückstand muss Lugano nun eine charaktervolle Reaktion zeigen. In der 76. Minute erspielen sich die Israelis eine weitere Chance durch eine Flanke von Ben Harosh auf Shahar, der den Ball aus zentraler Position per Kopf über das Tor schiesst.
Drei Minuten später kam jedoch der Moment, der den Abend entschied. Cimignani spielte einen Steilpass auf Moncada, der für Behrens eingewechselt war. Der junge Stürmer gewann das Zweikampfduell gegen Ben Harosh, lief auf das Tor zu, umspielte einen Gegenspieler und setzte von der Strafraumgrenze aus einen kraftvollen Rechtsschuss mit Effet ab. Der Ball zischt unter die Latte, ausserhalb der Reichweite von Melika: Es steht 1:1 in der 79. Minute. Ein aussergewöhnliches Tor, sowohl hinsichtlich seiner Bedeutung als auch seiner Ausführung, das Lugano erneut in Führung bringt und in die Lage versetzt, sich die Qualifikation zu sichern.
Maccabi reagiert sofort. In der 83. Minute schiesst Peretz von ausserhalb des Strafraums, der Ball wird von Delcroix abgefälscht und geht knapp am Tor vorbei. In den letzten Minuten erhöhen die Israelis den Druck weiter, während die Verteidigung der „bianconeri“ die Zähne zusammenbeisst und das äusserst wertvolle Ergebnis verteidigt.
Lugano verzichtet jedoch nicht darauf, im Konter zuzuschlagen. In der 90. Minute baut Moncada eine fast identische Aktion wie beim Tor auf: Er startet mit Tempo, überwindet erneut seinen direkten Gegenspieler und steht vor Melika, wobei er versucht, den Torwart am kurzen Pfosten zu überraschen. Der Schuss geht nur knapp am Tor vorbei. Der Einfluss des Honduraners auf das Spiel ist enorm, und seine Schnelligkeit bringt die Abwehr von Maccabi immer wieder in Bedrängnis.
Die letzte Chance ergibt sich in der 94. Minute. Davida umspielt Cimignani, zieht nach links zurück und schiesst von der Strafraumgrenze, doch von Ballmoos ist zur Stelle und pariert mit einer entscheidenden Parade. Es ist der letzte Nervenkitzel des Abends.
Beim Schlusspfiff bleibt es beim 1:1: Der FC Lugano hält in Unterzahl stand, gleicht den Rückstand aus und qualifiziert sich für die League Phase der UEFA Conference League. Eine Qualifikation, die durch Charakter, Einsatzbereitschaft und die Fähigkeit, in den schwierigsten Momenten zu reagieren, errungen wurde und durch das herrliche Tor von Moncada gekrönt wurde.
Nun richtet sich die Aufmerksamkeit auf Monte Carlo, wo morgen, am Freitag, dem 28. August, um 13:00 Uhr die Auslosung die Gegner bestimmt, auf die der FC Lugano in der Ligaphase treffen wird. Das europäische Abenteuer der Bianconeri geht weiter.
SPIELBERICHT
MACCABI TEL AVIV – FC LUGANO 1:1
UEFA Conference League – Play-off, Rückspiel
27. August 2026 – Batumi Arena
Torschützen: 69. Peretz, 79. Moncada.
MACCABI TEL AVIV (4-3-3): Melika; Asante (65. Ben Harosh), Camara, Shlomo, Revivo; D. Peretz, Sissokho, Shahar (81. Layous); Davida, Sokler (65. Madmon), Varela.
Auf der Bank: Saadia, Mishpati, Rosen, Ben Hamo, Glazer, Noy, Asres, Ben Simon.
Trainer: Kenny Miller.
FC LUGANO (3-5-2): von Ballmoos; Papadopoulos (82. Kendouci), Mai, Delcroix; Zanotti, Bislimi, Grgić, Dos (62. Kelvin), Cimignani; Steffen (82. Karimov), Behrens (62. Moncada).
Auf der Bank: Ndiaye, Gebhardt, Bichsel, Marques, Castro, Ajdin, Pihlström.
Trainer: Mattia Croci-Torti.
Schiedsrichter: Jérémie Pignard
. Schiedsrichterassistenten: Hicham Zakrani und Aurélien Drouet
. Vierter Offizieller: Ruddy Buquet
. VAR und AVAR: Mathieu Vernice und Marc Bollengier
Verwarnungen: Papadopoulos (LUG), Zanotti (LUG), Steffen (LUG), Camara (MTA), Bislimi (LUG).
Platzverweise: Zanotti (LUG)
