Das Unentschieden auf der Schützenwiese gegen Winterthur hinterließ gemischte Gefühle im Lager der Bianconeri. Am Ende des Spiels analysierte Mattia Croci-Torti die Leistung seiner Mannschaft und drückte sein Bedauern über den Punktverlust sowie seine Zufriedenheit über die trotz Unterzahl gezeigte Charakterstärke aus.
Der Trainer hob zunächst die Schwierigkeiten des Spiels in der Schützenwiese hervor, einem für Lugano historisch komplizierten Stadion: „Wir haben hier in Winterthur noch nie gut gespielt, es ist schwierig, hier Fußball zu spielen. Sie schießen den Ball nach vorne, wir haben versucht, unser Spiel zu spielen.“ Der Trainer räumte ein, dass die Mannschaft in der ersten Halbzeit nicht besonders gefährlich war, aber das Spiel war auch mit der Idee vorbereitet worden, es in der ersten Halbzeit zu kontrollieren und in der zweiten Halbzeit präzise zu sein.
Der entscheidende Moment kam mit dem Platzverweis und einigen Unkonzentriertheiten: «Wir sind gut in die zweite Halbzeit gestartet, haben dann aber leider zwei Geschenke verteilt. Im Fussball kostet es einen manchmal das Spiel, wenn man zwei Geschenke verteilt, und heute hätte es uns fast das Spiel gekostet.» Trotz allem reagierte Lugano: «Am Ende haben wir fast mehr als 25 Minuten lang mit zehn Mann auf den Sieg gesetzt. Wir haben gezeigt, dass wir im Spiel bleiben wollten. Wir hätten untergehen können, aber stattdessen haben wir sie sogar mit einem Mann weniger unter Druck gesetzt.“
Der Trainer verhehlt jedoch nicht seine Enttäuschung: «Wir haben zu viele Geschenke verschenkt, aber ich habe auch viele positive Dinge gesehen. Qualität ist auf diesem Platz nicht leicht zu finden; manchmal zählt der Charakter mehr, und das haben wir gezeigt.»
Mit Blick auf die Ergebnisse der beiden Auswärtsspiele gegen die beiden Tabellenletzten ist Croci-Torti klar: «Das ist nicht gut genug für eine Mannschaft wie Lugano, die an der Tabellenspitze bleiben will. Wir sind nicht zufrieden. Wir wollten mit mindestens vier Punkten nach Hause kommen und haben zwei geholt.» Gleichzeitig betont er die Reaktion der Mannschaft: «Unsere Serie ohne Niederlage hält an, wir verlieren nicht und reagieren immer, aber wir wollen am Mittwoch wieder in die Erfolgsspur zurückkehren.»
Tatsächlich richtet sich sein Blick bereits auf das nächste Spiel gegen Servette, das auch aufgrund von Ausfällen im Mittelfeld kompliziert zu werden verspricht: «Wir werden uns etwas einfallen lassen, jemand wird sich anpassen. Wir werden Lösungen finden. Vielleicht werden sogar einige U21-Spieler zum Einsatz kommen.»
Es ist eine klare Botschaft, irgendwo zwischen Bitterkeit und Zuversicht: Der Punkt in Winterthur reicht nicht aus, aber der Charakter, den die Mannschaft gezeigt hat, bleibt eine Grundlage, auf der man für die nächste Herausforderung aufbauen kann.
