Drei Tage, nachdem das Spiel wegen Schneefalls verschoben worden war, kehrt der FC Lugano in den Kybunpark zurück, um dort im Nachholspiel des 30. Spieltags der Brack Super League gegen den FC St. Gallen 1879 anzutreten – ein Duell zwischen den beiden Spitzenmannschaften der Tabelle.
Das Spiel beginnt ausgeglichen, wobei die Bianconeri sofort für Gefahr sorgen wollen: In der 10. Minute findet Cimignani Koutsias mit einem langen Ball; der griechische Stürmer versucht es mit einem Heber, doch Zigi ist aufmerksam und pariert. Es war jedoch St. Gallen, das bei seiner ersten echten Chance zuschlug: In der 14. Minute nahm Witzig den Ball am Strafraumrand an, spielte einen schnellen Doppelpass und traf mit dem rechten Fuss ins untere Eck, wodurch er seine Mannschaft in Führung brachte. Lugano bekam den Schlag zu spüren und hatte Mühe, Rhythmus und Präzision zu finden, während die Heimmannschaft die Intensität ihres Pressings erhöhte und die Bianconeri beim Spielaufbau aus der Abwehr heraus zu mehreren Fehlern zwang. In der 18. Minute gab es eine Schrecksekunde, als St. Gallen kurz davor stand, die Führung zu verdoppeln: Baldé schoss vom Strafraumrand knapp am Tor vorbei. Im weiteren Verlauf blieb das Spiel ausgeglichen: Lugano gelang es nicht, echte Chancen zu kreieren, und St. Gallen konnte dank seines Pressings viele hohe Bälle zurückgewinnen und kontinuierlich Angriffe starten, fand aber keinen Weg zum zweiten Tor. Die erste Halbzeit endete daher mit einer knappen Führung der Biancoverdi.
EIN COMEBACK MIT 10 MANN
In der zweiten Halbzeit gingen die Bianconeri offensiver zur Sache, und in der 55. Minute versuchte Bislimi, die Mannschaft mit einem Vorstoss durch die Mitte und einem Linksschuss wieder in Schwung zu bringen, doch Zigi parierte den Ball mühelos. Lugano versuchte, das Spiel zu drehen, doch eine halbe Stunde vor Schluss kam es zu einem Zwischenfall, der einen Strich durch die Rechnung machte: Dos Santos wurde nach seiner zweiten gelben Karte vom Platz gestellt und liess seine Mannschaftskameraden in Unterzahl zurück. Trotz der Unterzahl reagierte die Mannschaft von Croci-Torti mit Charakter und Mut und fand unter anderem dank der Einwechslungen von Pihlström und Mahou neue Energie. Der Schwede machte sich sofort mit einem Schuss bemerkbar, der an die Latte knallte, während kurz darauf Mahou selbst den möglichen Ausgleichstreffer erzielte, doch das Tor wurde wegen einer millimetergenauen Abseitsstellung seines Mitspielers zu Beginn des Spielzugs aberkannt. Lugano glaubte bis zum Schluss an den Ausgleich und kam in der 86. Minute durch Delcroix dem 1:1 nahe, doch dessen Kopfball aus kurzer Distanz war zu schwach, um Zigi in Bedrängnis zu bringen. Nach einem weiteren Fernschuss von Bislimi, der weit über die Latte segelte, wurde der Druck der Bianconeri in der Nachspielzeit belohnt: In der 91. Minute schlug Steffen einen Freistoss aus der Distanz in den Strafraum, Lukas Mais Lauf täuschte den Torhüter und der Ball flog direkt ins Netz zum 1:1-Endstand. Ein Unentschieden, das zwar zeitweise unerwartet kam, aber angesichts der Leistung in der zweiten Halbzeit verdient war und es Lugano ermöglichte, am Ende eines schwierigen Spiels einen wichtigen Punkt mit nach Hause zu nehmen. Die Tabelle bleibt somit unverändert, und die Bianconeri blicken bereits auf ihre nächste Partie: das Auswärtsspiel in Bern gegen die Young Boys.
SPIELBERICHT
FC ST. GALLEN 1879 – FC LUGANO 1:1
Brack Super League – Nachholspiel des 30
. Spieltags 17. März 2026 – Kybunpark, St. Gallen
Zuschauer: 15.841
Torschützen: 14’ Witzig, 91’ Steffen
FC ST. GALLEN 1879 (3-5-2): Zigi; Gaál, Stanić, Okorji; Vandermersch, Görtler (77. Stevanović), Daschner, Boulhafa, Witzig; Besio (90. Efekele), Baldé (77. Ouattara).
Ersatzspieler: Watkowiak, Kleine-Bekel, May, Weibel, Konietzke, Scherrer.
Trainer: Enrico Maassen.
FC LUGANO (3-4-2-1): Ballmoos; Papadopoulos (81’ Bottani), Mai, Delcroix; Zanotti, Bislimi, Grgić (90’ Kelvin), Cimignani (68’ Mahou); Steffen, Dos Santos; Koutsias (68’ Pihlström).
Ersatzspieler: Saipi, Carbone, Brault-Guillard, Belhadj, Kendouci.
Trainer: Mattia Croci-Torti.
Schiedsrichter: Anojen Kanagasingam
Schiedsrichterassistenten: Pascal Hirzel und Mirco Bürgi
Vierter Offizieller: Hüseyin Sanli
VAR und AVAR: Michèle Schmölzer und Hajrim Qovanaj
Verwarnungen: Daschner (FCSG), Papadopoulos (LUG), Dos Santos (LUG), Grgić (LUG), Besio (FCSG).
Platzverweis: Dos Santos (LUG).
