Die erste Damenmannschaft beendete die Saison 2025/26 auf dem achten Platz in der Lega Nazionale B, sicherte sich vorzeitig den Klassenerhalt und schloss die Saison mit einer steigenden Formkurve ab. Ein positives Ergebnis, vor allem wenn man es im Kontext einer Saison betrachtet, die mit einigen Schwierigkeiten begann und sich dann durch ein zunehmendes Selbstbewusstsein der Mannschaft weiterentwickelte.
Der Saisonstart hatte den Wert der Mannschaft nämlich nicht voll zur Geltung gebracht. Die Bianconere brauchten Zeit, um Kontinuität, Rhythmus und Selbstvertrauen zu finden, auch aufgrund des jungen Alters einer Mannschaft, die sich noch in der Reifephase befand. Im Laufe der Wochen hat die Mannschaft jedoch einen Gang zugelegt. „Die Bilanz ist äusserst positiv. Es gab zwar einige Durchhänger, denn wir sprechen hier von einer sehr jungen Mannschaft, aber die Mädchen haben diese Momente gut gemeistert und konnten sofort wieder durchstarten“, erklärte Trainer Andrea Antonelli.
Ab Oktober begann die Mannschaft, ihr Potenzial klarer zu erkennen. „Die Mädchen haben erkannt, dass die Tabelle nicht ihr wahres Potenzial widerspiegelte. Da hat es bei ihnen klick gemacht: Sie wollten beweisen, dass sie viel mehr draufhaben. Sie haben sich zusammengeschlossen, ernsthaft, mit Ehrgeiz und Entschlossenheit gearbeitet und es schliesslich geschafft, ein hervorragendes Ergebnis zu erzielen.“
EINSTELLUNG UND BEWUSSTSEIN
Zu den Höhepunkten der Saison zählt auch der Verlauf im AXA Women’s Cup, bei dem das Achtelfinale erreicht und gegen den Titelverteidiger FC Zürich bestritten wurde. Trotz der Niederlage bestätigte dieses Spiel die Fähigkeit der Bianconere, sich mit einem Gegner aus einer höheren Liga zu messen, und zeigte Organisation, Einsatzbereitschaft und Charakter.
Das wichtigste Signal kam dann zum Saisonende. Obwohl der Klassenerhalt bereits gesichert war, ging die Mannschaft weiterhin mit Ernsthaftigkeit an die Sache heran und beendete die Relegation Group mit wichtigen Ergebnissen: vom 10:0 gegen den FC Solothurn bis zum 3:2-Sieg im letzten Spiel gegen Etoile Carouge. «Es war richtig, die Meisterschaft bis zum Schluss zu ehren, auch weil es Mannschaften gab, die um den Verbleib in der National League B kämpften», erinnerte sich Antonelli. «Wir haben eine hervorragende Mentalität bewiesen. Es ist klar, dass es uns geholfen hat, ohne Druck zu spielen, aber die konstante Leistung hat einmal mehr die Stärke dieser Mannschaft bestätigt.»
CORNAREDO UND DIE ZUKUNFT
Der letzte Sieg hatte auch symbolischen Wert. Die erste Damenmannschaft war nämlich die letzte Mannschaft, die ein Pflichtspiel im historischen Stadion von Cornaredo bestritt, und verabschiedete sich mit einem in der Schlussphase erzielten Sieg. «Die letzte Mannschaft zu sein, die diesen historischen Rasen betreten durfte, war ein sehr bewegendes Erlebnis. Es herrschte grosse Begeisterung, und glücklicherweise wird uns auch eine schöne Erinnerung bleiben, denn wir haben das letzte Spiel fast in der Schlussphase gewinnen können.»
Nach dem Abschied von Cornaredo richteten sich die Blicke aller Fans des Frauenfussballs auf die neue AIL Arena, in der das erste Spiel ihrer Geschichte stattfand: Schweiz gegen Malta. Ein bedeutender Schritt für den Frauenfussball in der Region, wie auch Anotelli betonte: «Die Frauen-Nationalmannschaft in der neuen AIL Arena zu empfangen, ist etwas Besonderes. Ein solches Ereignis kann der Bewegung nur gut tun und dazu beitragen, einer bereits wachsenden Realität weitere Sichtbarkeit zu verschaffen.»
Die Saison der ersten Frauenmannschaft endete somit mit dem Klassenerhalt, einer selbstbewussteren Mannschaft und soliden Grundlagen, auf denen die Zukunft aufgebaut werden kann. Die nächste Saison muss genau hier ansetzen: bei der in der zweiten Saisonhälfte gezeigten Entwicklung und der Fähigkeit, diese Kontinuität in einen weiteren Schritt nach vorne umzuwandeln. „Wir werden auf einer soliden Basis neu starten“, schloss Antonelli. „Ich bin sicher, dass wir mit einem wichtigen Kern weitermachen werden, der dieses Jahr so gute Arbeit geleistet hat.“
