Ein Sieg, der auf Überzeugung, Konzentration und Opferbereitschaft beruhte. Mattia Croci-Torti analysiert den Sieg gegen den Tabellenführer und geht dabei zunächst auf den Weg ein, der Lugano zu dieser Leistung geführt hat: „Wir hatten zwei Unentschieden auf schwierigen Plätzen hinter uns, aber wir sahen darin die Ergebnisse einer Mannschaft, die niemals aufgibt. Wir kehrten positiv gestimmt aus der Pause zurück und wussten, dass es heute, da wir wieder zu Hause spielten, absolut entscheidend war, zu gewinnen.“
Dies gab den Ton für ein Spiel an, das sich laut dem Trainer der Bianconeri vor allem durch die Einstellung erklären lässt: „Von der ersten Minute an sah ich Selbstaufopferung, Konzentration und Liebe zum Detail. Für mich lässt sich das Spiel auf eine defensive Rettungsaktion zurückführen, nämlich die von Bislimi am Ende der ersten Halbzeit: In diesem Moment wird klar, dass die Mannschaft nicht aufgibt und den Sieg mit nach Hause nehmen will.“ Ein Konzept, das auch mit der Solidität zusammenhängt, die gegen den besten Angriff der Liga gezeigt wurde: „Wir haben gegen Thun zwei Mal zu Null gespielt, und das freut mich sehr. Diese Mannschaft will verteidigen.“
Auch Amir Saipis Leistung, die in der Schlussphase entscheidend war, passt in dieses Bild: „Er hat sich gesteigert, aber nicht nur heute. Er hat sich jeden Tag im Training gesteigert, mit seiner Einstellung und seiner Professionalität.“ Croci-Torti betont vor allem den menschlichen Aspekt: „Wenn man sich so verhält, wenn der Moment kommt, macht man kaum Fehler. Er verdient Lob zuerst als Mensch und dann als Spieler.“
Mit Blick auf die gesamte Saison nimmt der Trainer der Bianconeri kein Blatt vor den Mund, erkennt aber die Verdienste des Gegners an: „Wir haben in dieser Saison nur eine Niederlage mehr als Thun kassiert, aber sie haben im Laufe der Saison etwas anderes geleistet. Der Unterschied liegt im Detail: Wir haben viele Spiele unentschieden gespielt, sie haben daraus Siege gemacht.“ Dennoch bleibt sein Vertrauen in die eigene Mannschaft ungebrochen: „Ich bin sicher, dass meine Mannschaft stärker ist, aber man muss ihnen Anerkennung zollen. Nun hoffen wir, dass wir sie in vier Spielen dreimal schlagen können.“
Dieser Ansatz bei der Spielführung zeigte sich auch in den Einwechslungen, die später als gewöhnlich erfolgten: „Wir hatten eine gute defensive Balance, und ich wollte diese nicht stören. Belhadj war gerade von einer langen Reise mit der Nationalmannschaft zurückgekehrt, während Dos Santos seine Fitness heute viel besser im Griff hatte als in der Vergangenheit.“ Die Nummer 27 war erneut entscheidend, doch für den Trainer ist seine Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen: „Für mich hat er 70 % seines Potenzials erreicht. Er hat sich enorm verbessert, vor allem in seiner Arbeit ohne Ball und im Umgang mit entscheidenden Momenten.“ Und dann die Beschreibung, die seine Bedeutung für die Mannschaft auf den Punkt bringt: „Er ist der einzige Spieler, den wir haben, der mit seinen Tempovorstössen das Spiel auf den Kopf stellen kann. Die Statistiken beweisen es.“
Abschliessend ein Blick darauf, wie das Spiel in der Schlussphase gestaltet wurde, als Lugano sich entschied, die Führung zu verteidigen, ohne sich dabei zu exponieren: „Wenn man 1:0 gegen den Tabellenführer führt, darf man sich nicht exponieren. Man kann ihnen sogar den Ball überlassen; wichtig ist nur, dass sie nicht gefährlich werden.“ Eine pragmatische Entscheidung, die die Reife der Mannschaft bestätigt und es den Bianconeri ermöglicht, drei wichtige Punkte mit nach Hause zu nehmen – das Ergebnis von Ausgewogenheit, Opferbereitschaft und der Fähigkeit, die Spielsituationen richtig einzuschätzen.
