Nach dem Spiel gegen den FC Winterthur zeigte sich Mattia Croci-Torti vor allem mit der Einstellung seiner Mannschaft zufrieden – neben dem erzielten Resultat. Der Sieg gegen das Team von Patrick Rahmen stellte eine andere Art von Bewährungsprobe dar, weniger offensichtlich, aber nicht weniger bedeutend, wie der Trainer nach der Partie erklärte: «Nach den Heimspielen gegen Young Boys und Servette habe ich der Mannschaft heute gesagt, dass es eine kleine Prüfung war. Ich wollte sehen, ob wir auch gegen das Schlusslicht dieselbe Gier und dieselbe Aggressivität zeigen». Eine Prüfung, die vor allem in der ersten Halbzeit bestanden wurde, «von einer Mannschaft, die in jeder Hinsicht auf die drei Punkte gespielt hat».
Der Ansatz und die Fähigkeit, die Partie früh in die richtigen Bahnen zu lenken, galten bereits im Vorfeld als entscheidend – und Lugano bestätigte dies auf dem Platz. «Es war wichtig, zuerst zu treffen und das früh», erinnerte Croci-Torti, sprach aber auch den einzigen wirklichen Wermutstropfen des Abends nach der Pause an: «Schade um das Gegentor, das war eine Unachtsamkeit. Wir wollten mit einem Clean Sheet abschliessen, das der Defensive immer Vertrauen gibt». Dieser Moment schmälert jedoch nicht die Gesamtleistung, auch dank der sofortigen Reaktion der Mannschaft: «Nach dem 3:1 haben wir das Spiel wieder unter Kontrolle gebracht und gleich das vierte Tor erzielt. Diese Reaktion hat mir sehr gefallen».
Die aktuelle Form des FC Lugano wird durch fünf Siege in Serie unterstrichen, doch Croci-Torti mahnt weiterhin zu Vorsicht und Realismus. «Wir haben nicht das Gefühl, dass wir jemandem Angst machen», stellte er klar und rief dazu auf, über die Tabelle hinauszuschauen: «Das eine ist die Tabelle, das andere sind Stolz und Charakter der Mannschaften, die um den Klassenerhalt kämpfen. Man muss Spiel für Spiel denken». Gleichzeitig fehlt es nicht an Selbstvertrauen: «Wir wissen, dass wir gut arbeiten und dass wir aktuell die formstärkste Mannschaft der Liga sind. Das müssen wir in uns behalten und nach vorne schauen».
Zum Abschluss äusserte sich der Trainer auch zum Zustand von Marques, der früh ausgewechselt werden musste. «Er hatte unter der Woche kleine Probleme, genauso wie Zanotti», erklärte Croci-Torti. «Sie haben sich für die Mannschaft aufgeopfert. Ich glaube nicht, dass es etwas Ernstes ist, und wir werden versuchen, ihn so schnell wie möglich wieder fit zu bekommen».
Ein weiterer positiver Abend also – nicht nur im Hinblick auf die Tabelle, sondern auch auf die Signale aus der Mannschaft. Und wie der Trainer betonte: «Am besten gefallen hat mir die erste Halbzeit: gemeinsam zu spielen».
