Nach dem 1:0 gegen den BSC Young Boys analysiert Mattia Croci-Torti einen wichtigen Sieg im europäischen Wettbewerb seiner Mannschaft. Der Trainer der bianconeri hebt vor allem die Solidität der Mannschaft hervor, die den vierten Sieg in Folge ohne Gegentor erringen konnte, betont jedoch gleichzeitig, dass im Abschluss noch Verbesserungsbedarf besteht.
KOMPAKTES SPIEL UND CHANCEN
Was die aktuelle Form der Mannschaft betrifft, die erneut knapp gewonnen hat, nennt Croci-Torti zwei Hauptaspekte in seiner Spielanalyse: einerseits die defensive Kompaktheit, andererseits eine starke Offensivleistung, die nicht immer in Tore umgesetzt wurde.
«Grosse Kompaktheit und wenig Effizienz im Abschluss. Eine Mannschaft, die vier Mal in Folge ohne Gegentor bleibt, verdient ein Lob, von Saipi über von Ballmoos bis hin zu allen, die vor ihnen spielen. Ich denke, dass Lugano heute von der ersten Sekunde an gezeigt hat, dass es dieses Spiel gewinnen wollte.»
Daraus ergibt sich auch die Gesamtbewertung des Ergebnisses, das als vollkommen im Einklang mit dem Geschehen auf dem Platz angesehen wird: «Ein Sieg gegen die Young Boys ist nie selbstverständlich, aber heute hatten wir viele klare Torchancen. Das Ergebnis ist verdient, ja sogar mehr als verdient, angesichts der Einstellung.»
DER ZWEITE PLATZ UND DER ENTGSPURT
Der Erfolg bringt die Bianconeri auf 63 Punkte und hält das Rennen um den zweiten Platz offen. Croci-Torti zieht es jedoch vor, sich nicht zu sehr auf die Tordifferenz zu konzentrieren, und erinnert an die Bedeutung der noch ausstehenden direkten Duelle.
«Wir haben zwei Spiele, zwei direkte Duelle, also versuchen wir, bis zum Schluss nicht auf die Tordifferenz zu schauen. Für mich war es wichtig, heute zumindest einen Punkt zu holen, um unser Schicksal selbst in der Hand zu haben. Mit einem Punkt wussten wir, dass ein Sieg in den letzten drei Spielen den zweiten Platz sichern würde.»
Der Spielplan geht nun in die entscheidende Phase. Nach den Young Boys trifft Lugano auf St. Gallen, Sion und Basel: «Nächste Woche stehen uns innerhalb von sieben Tagen die drei entscheidenden Spiele der Saison bevor. Alle Mannschaften wollen noch nach Europa, von St. Gallen über Sion bis hin zu Basel und Lugano. Wir müssen bis zur letzten Sekunde am Ball bleiben.»
BELHADJ UND DIE MANNSCHAFT
Was die Einzelspieler betrifft, geht Croci-Torti auch auf die Leistung von Belhadj ein, der ein Spiel von grosser Konstanz gezeigt hat. Der Trainer hebt den Werdegang des Mittelfeldspielers hervor, der nach einer schwierigen Saison im entscheidenden Moment eine wichtige Antwort geliefert hat.
„Belhadj ist ein Spieler, der mir vielleicht mehr am Herzen liegt als vielen anderen, denn seine Geschichte ist unglaublich. Nach der schweren Verletzung im letzten Jahr gelang es ihm nicht sofort, den richtigen Rhythmus zu finden, vor allem in körperlicher Hinsicht. In seiner Rolle im Mittelfeld hat sich Dos Santos in diesem Jahr dann durchgesetzt, doch im letzten Monat wollte er nie aufgeben.“
Der Verweis erstreckt sich dann auf die Mannschaft und die Fähigkeit, in den entscheidenden Momenten das Niveau zu steigern: „Letztendlich zählt nicht, was wir in diesen neuneinhalb Monaten geleistet haben. Wir sind an dem Punkt angelangt, an dem wir die entscheidenden Spiele bestreiten, vier Spiele in vierzehn Tagen. Starke Mannschaften steigern dort ihre Konzentration, ihre Entschlossenheit und ihre Aufmerksamkeit. Belhadj hat heute diesen Schritt gemacht.“
DELCROIX UND DIE MENTALITÄT
Zum Schluss nennt Croci-Torti auch das Beispiel von Delcroix, der trotz einer schwierigen Nacht wegen eines Problems mit dem Ohr auf den Platz ging. Eine Episode, die der Trainer mit der Mentalität der Mannschaft und dem Weg in Verbindung bringt, den das Team in den letzten Wochen eingeschlagen hat.
«Um acht Uhr morgens erhielt ich eine Nachricht, dass er heute nicht spielen könne, weil er wegen eines Problems mit dem Ohr ins Spital gegangen war. Um halb zehn sagte er mir: ‚Ich habe mich ausgeruht und möchte heute der Mannschaft helfen, Trainer.‘ Ich musste ihn auswechseln, weil er nicht geschlafen hatte und Krämpfe hatte, aber er wollte der Mannschaft helfen.»
Eine Bereitschaft, die laut Croci-Torti den aktuellen Moment von Lugano widerspiegelt: «Es ist dieser berühmte Pakt unter Männern, eine Gruppe, die nichts aufgeben will. Aber wir feiern nicht zu sehr, wir bleiben am Ball, denn es stehen sieben Tage bevor, in denen sich alles entscheidet, und wir können uns keine anderen Gedanken leisten.»
Die Worte des Trainers begleiten Lugano somit in die wichtigste Woche der Championship Group. Am Sonntag, dem 10. Mai, kommt St. Gallen erneut nach Cornaredo zu einem direkten Duell von grosser Bedeutung im Kampf um die europäischen Plätze.
