Nach dem 2:2 im Stade de Tourbillon hebt Mattia Croci-Torti den Wert des Punktes hervor, den sein FC Lugano gegen den FC Sion geholt hat. Ein Unentschieden, das in der Schlussphase zustande kam und es den Bianconeri ermöglicht, zwei Punkte Vorsprung auf die Walliser Mannschaft zu behalten und mit dem Schicksal noch in der eigenen Hand in den letzten Spieltag zu gehen.
DER WERT DES UNENTSCHIEDENS
Der Trainer der Bianconeri geht direkt auf die Bedeutung des Ergebnisses ein, in einem Spiel, in dem das Ziel klar war: zu versuchen zu gewinnen, aber vor allem zu verhindern, dass Sion in der Tabelle vorbeizieht: „Die letzten Worte an die Mannschaft heute lauteten: Das ist ein Spiel, das wir mit allen Mitteln zu gewinnen versuchen müssen, aber vor allem dürfen wir es auf keinen Fall verlieren. Wir durften Sion nicht an uns vorbeiziehen lassen, denn wir wollen unser Schicksal selbst in der Hand haben.“
Ein Gedanke, den Croci-Torti sofort mit dem nächsten Spiel verknüpft, dem letzten der Saison und dem letzten in Cornaredo: „Das Schicksal liegt jetzt in Cornaredo, bei unseren Fans, in unserem grossen Stadion. Und wir gehen mit zwei Punkten Vorsprung ins Spiel.“
Der Trainer macht jedoch keinen Hehl aus seinem Bedauern, die Europapokal-Qualifikation nicht bereits unter Dach und Fach gebracht zu haben: „Es wäre besser gewesen, heute zu feiern, aber man muss realistisch sein. Sion ist dieses Jahr eine starke Mannschaft und hat das immer wieder unter Beweis gestellt.“
DIE LEISTUNG
Das Unentschieden fällt am Ende eines Spiels mit zwei Gesichtern. Lugano spielt eine starke erste Halbzeit, geht durch Koutsias in Führung und schafft die Voraussetzungen, das Spiel zu kontrollieren. In der zweiten Halbzeit hingegen ändert Sion das Tempo, nutzt einzelne Situationen aus und dreht das Ergebnis, bevor Papadopoulos den Schlusspunkt setzt.
Croci-Torti räumt ein, dass es nach dem 1:1 schwierig wurde, hebt aber auch die Fähigkeit der Mannschaft hervor, bis zum Schluss im Spiel zu bleiben: «Die letzten beiden Spiele haben wir immer gut begonnen, sind in Führung gegangen, dann haben wir ein Tor kassiert und waren auch heute zehn Minuten lang völlig in Schwierigkeiten. Wir müssen gelassener bleiben, auch wenn wir Gegentore kassieren.»
Daraus ergibt sich auch die Überlegung zum Umgang mit den verschiedenen Phasen des Spiels: „Man muss am Ball bleiben, im Spiel bleiben und dem Gegner nicht zu viele Chancen einräumen, wie wir es heute in der zweiten Halbzeit getan haben. Aber die Spiele dauern neunzig Minuten, und am Ende gab es diesen entscheidenden Treffer, den wir um jeden Preis wollten.“
DER CHARAKTER DER MANNSCHAFT
Das Tor in der Schlussphase bestätigt die Fähigkeit der Bianconeri, bis zum Schluss zu kämpfen, auch in den schwierigsten Momenten. Für Croci-Torti gewinnt das Unentschieden auch aufgrund des Kontextes an Bedeutung, in dem es zustande kam – gegen eine Mannschaft mit grossem Selbstvertrauen und vor einem von Begeisterung getriebenen Stadion: «So in Sion unentschieden zu spielen, gegen eine Mannschaft, die seit dreizehn Spielen ungeschlagen war und vor heimischem Publikum fünf Spiele in Folge gewonnen hatte, bei dieser Euphorie, bedeutet, dass wir bis zum Schluss an all unseren Kräften festgehalten haben. Eine grossartige Charakterstärke.»
AUF DEM WEG ZUM LETZTEN SPIEL IN CORNAREDO
Der Blick richtet sich nun auf den Sonntag, wenn Lugano am letzten Spieltag der Brack Super League Basel empfängt – im letzten Spiel in Cornaredo. Ein Spiel, das über die Europapokalplätze der bianconeri entscheidet und dem Croci-Torti mit einer klaren Botschaft begegnet, die sich auch an das Umfeld richtet: «Wir sind hochmotiviert, wir müssen ein Feuer in uns haben, das sie nicht haben. Wir müssen unser Stadion, in dem ich viele Jahre verbracht habe und in dem so viele Fans diese Mannschaft unterstützt und ihr geholfen haben, bestmöglich würdigen. Wir sind beim letzten Tanz angelangt. Wir brauchen alle, sie müssen uns mitreissen.»
Mit diesen Worten von Croci-Torti geht Lugano in das letzte Spiel der Saison. Das Unentschieden in Sion verschiebt die Entscheidung, lässt die Bianconeri aber weiterhin ihr Schicksal selbst in der Hand: Am Sonntag in Cornaredo muss der letzte Schritt getan werden.
