Die Brack Super League 2025/26 geht in ihre entscheidende Woche. Vier Tage vor Saisonende ist im Kampf um die europäischen Plätze noch alles offen, und Lugano bereitet sich auf eines der wichtigsten Spiele der Saison vor. Am Donnerstag, 14. Mai, um 16:30 Uhr treten die bianconeri im Stade de Tourbillon zum 37. Spieltag, dem vorletzten der Championship Group, beim FC Sion an.
Die Mannschaft von Mattia Croci-Torti geht mit 63 Punkten auf dem dritten Platz in die Partie, zwei Punkte vor Sion, das mit 61 Punkten auf dem vierten Platz liegt. Nach den Erfolgen gegen Tabellenführer Thun, der durch einen Elfmeter von Alioski in der Nachspielzeit entschieden wurde, und gegen die Young Boys, besiegelt durch einen Kopfball von Renato Steffen in der Schlussphase, musste Lugano im letzten Meisterschaftsspiel in Cornaredo eine 1:2-Niederlage gegen St. Gallen hinnehmen, wodurch die positive Serie unterbrochen wurde. Eine bittere Niederlage, die den Bianconeri jedoch nicht die Kontrolle über ihr eigenes Schicksal genommen hat.
Der Vorsprung in der Tabelle bleibt nämlich wertvoll. Mit einem Sieg in Sion würde Lugano den dritten Platz unter Dach und Fach bringen und sich den Einzug in die zweite Qualifikationsrunde der UEFA Conference League sichern. Bei einem Unentschieden oder einer Niederlage würde sich die Entscheidung hingegen auf den letzten Spieltag der Meisterschaft verschieben, der am Sonntag gegen Basel in Cornaredo auf dem Programm steht. Auch aus diesem Grund nimmt das Auswärtsspiel im Wallis die Züge eines echten Duells an, bei dem die Bedeutung der Punkte über das einzelne Spiel hinausgeht.
EIN SION IN TOPFORM
Der Gegner ist jedoch eine der formstärksten Mannschaften der Liga. Sion hat seit Anfang März nicht mehr verloren, als es im Cornaredo-Stadion gegen Lugano eine Niederlage hinnehmen musste. Seitdem hat die von Didier Tholot trainierte Mannschaft sechs Siege und zwei Unentschieden eingefahren und damit einen Aufschwung hingelegt, der sie wieder voll ins Rennen um die europäischen Plätze gebracht und Druck auf die bianconeri ausgeübt hat. Der jüngste Heimsieg gegen den bereits als Schweizer Meister feststehenden Thun hat die positive Form einer Mannschaft bestätigt, die gerade in der entscheidenden Phase der Saison wieder zu Beständigkeit gefunden hat.
Auch die bisherigen Saisonergebnisse zeugen von einem ausgeglichenen Duell: je ein Sieg und ein Unentschieden in den drei bereits ausgetragenen Begegnungen. Der letzte Erfolg der bianconeri in Cornaredo stellt somit einen wichtigen Bezugspunkt dar, ändert aber nichts an der Ausgangslage. In Sion wird eine komplette Leistung gefragt sein, in einem Spiel, in dem zwei Mannschaften aufeinandertreffen, die mit dem gleichen Ziel und mit äusserst geringem Spielraum für Fehler in die entscheidende Phase gekommen sind.
DIE ENTSCHEIDUNGEN VON CROCI-TORTI
In diesem Zusammenhang muss Lugano zudem mit einigen bedeutenden Ausfällen rechnen. Renato Steffen ist gesperrt, während Daniel Dos Santos weiterhin mit einer Verletzung zu kämpfen hat, die seinen Einsatz bereits am Donnerstag erschwert. Nach dem Spiel gegen St. Gallen erklärte Croci-Torti die Notwendigkeit, neue Lösungen im Angriff zu finden: „Wir werden uns im Sturm sicherlich etwas einfallen lassen. Wir werden in den nächsten Trainingseinheiten sehen, wer mich am meisten überzeugt.“ Eine zusätzliche Schwierigkeit, aber auch eine Gelegenheit, die gesamte Mannschaft in die Verantwortung zu nehmen, die nun den letzten Schritt tun muss, von dem der Trainer der bianconeri schon mehrfach gesprochen hat.
Die Enttäuschung über die Niederlage gegen St. Gallen lässt somit Raum für eine sofortige Reaktion. Die Meisterschaft bietet Lugano nun eine klare Chance: das bisher Erreichte zu verteidigen und das Auswärtsspiel in Sion zum entscheidenden Schritt in Richtung Europa zu machen. Es stehen noch zwei Spiele aus, doch das erste könnte bereits der Matchball sein.
