Zwei Pflichtspiele, zwei Siege. Nach dem Erfolg in der Europa League gegen KF Dukagjini besiegt der FC Lugano den FC Vaduz mit 2:1 und startet damit mit drei Punkten auch in die Brack Super League 2026/27. Nach dem ersten Ligaspiel in der AIL Arena hebt Mattia Croci-Torti vor allem die Einstellung der Mannschaft hervor, ohne dabei die Aspekte zu verschweigen, an denen noch gearbeitet werden muss.
ENTSCHLOSSENHEIT UND SIEGWILLE
Der Trainer der «bianconeri» geht vom Ergebnis und dem im Vergleich zur letzten Saison unterschiedlichen Saisonstart aus: „Letztes Jahr hatten wir ein schlechtes Spiel gegen Thun verloren und es nicht geschafft, gegen Cluj zu gewinnen. Dieses Jahr sind wir mit zwei Siegen gestartet, die kein Zufall sind, sondern das Ergebnis grosser Entschlossenheit.“
Eine Zufriedenheit, die mit dem Bewusstsein einhergeht, dass noch Verbesserungspotenzial besteht, vor allem was die Fähigkeit angeht, Spiele zu entscheiden. „Was gefehlt hat, war die Effizienz. Wenn man dreimal die Latte trifft, gibt es etwas zu verbessern. Beim Stand von 2:0 müssen wir das dritte Tor erzielen, denn wenn man dann einen Gegentreffer kassiert, ändert sich die Dynamik innerhalb einer Sekunde. Wir müssen besser darin werden, das Spiel zu entscheiden.“
Die Bilanz bleibt dennoch positiv: „Die Einstellung hat mir gefallen, ebenso wie der Siegeswille. Sicherlich können wir es besser machen und es gibt Aspekte, die verbessert werden müssen, aber die positiven Aspekte überwiegen bei weitem die negativen. Ich nehme diesen Siegeswillen mit nach Hause, der nicht gefehlt hat.“
FORTSCHRITTE IN DER AIL ARENA
Im Vergleich zum Spiel am Donnerstag gegen Dukagjini sieht Croci-Torti eine Mannschaft, die lockerer ist und sich auf dem Platz der AIL Arena wohler fühlt. Ein Anpassungsprozess, der laut dem Trainer noch Zeit braucht: „Wir müssen uns erst noch an diesen Platz gewöhnen, der völlig anders ist. Wir trainieren auf verschiedenen Plätzen und Belägen, und keiner ist wie dieser. Wir müssen die Möglichkeit, hier zu trainieren, so gut wie möglich nutzen, um die richtige Dynamik zu finden.“
Eine sichtbare Verbesserung zeigt sich auch bei den Standardsituationen, die gegen Vaduz mit den Toren von Papadopoulos und Mai entscheidend waren. „Am Donnerstag waren die Eckbälle qualitativ noch nicht ausreichend. Wir haben zwei Tage damit verbracht, daran zu arbeiten und uns daran zu gewöhnen, und heute war der Unterschied bereits zu sehen. Die Blockstellungen waren gut und intelligent ausgeführt: Mein Trainerstab arbeitet stets am Gegner und an den zu schaffenden Spielabläufen.“
VERTRAUEN IN DIE MANNSCHAFT
Croci-Torti geht anschliessend auf die Aufstellung und die Rotationen im Vergleich zum Europapokal-Spiel ein. Bichsel, Kendouci und Pihlström stehen von Beginn an auf dem Platz – eine Entscheidung, mit der der Trainer den gesamten Kader in einer bereits sehr arbeitsreichen Saisonphase einbinden will.
Über Bichsel fällt das Urteil sehr positiv aus: „Er ist ein Spieler mit einem extrem hohen Mass an Aufmerksamkeit und Konzentration und gewinnt seine Zweikämpfe. Ich bin sehr zufrieden, für mich ist das keine Überraschung.“
Auch für Pihlström findet er vertrauensvolle Worte: „Er ist ein Spieler, der Vertrauen braucht. Die ersten Minuten waren nicht einfach, aber im Laufe des Spiels habe ich den Spieler gesehen, den ich kenne, und ich bin sehr zufrieden.“ Über Kendouci fügt er hinzu: „Ich bin von seinen Qualitäten überzeugt. Nach seiner schweren Verletzung hat er jetzt mehr Mut, in Zweikämpfe zu gehen, und kann diesem Lugano etwas geben.“
Hinter den Rotationen steht also eine Botschaft an die gesamte Mannschaft: „Ich hätte mit der Aufstellung vom Donnerstag weitermachen können, aber ich wollte eine Veränderung vornehmen, um zu zeigen, dass ich Vertrauen in alle habe. Wenn man so viele Spiele hat, muss der Trainer als Erster zeigen, dass jeder wichtig ist.“
JETZT WIEDER EUROPA
Der 2:1-Sieg gegen Vaduz ermöglicht den Bianconeri einen erfolgreichen Start in die Meisterschaft, doch der Spielplan verlangt bereits, das Kapitel abzuschliessen. Croci-Torti betont, dass die Mannschaft noch nicht das gewünschte Niveau erreicht hat, lobt jedoch ihre Tüchtigkeit, Konzentration und Entschlossenheit: „Wir sind noch nicht perfekt und müssen hart arbeiten, aber wir sind tüchtig. Das war genau das, was ich gebraucht habe.“
Nun richtet sich die Aufmerksamkeit wieder auf die UEFA Conference League: Am Mittwoch tritt der FC Lugano erneut im Kosovo an, um im Rückspiel der zweiten Qualifikationsrunde gegen den KF Dukagjini anzutreten.
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